{"id":1476,"date":"2013-01-08T13:50:14","date_gmt":"2013-01-08T12:50:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.confreriedesvignerons.ch\/1819-2\/"},"modified":"2013-07-12T14:33:46","modified_gmt":"2013-07-12T12:33:46","slug":"1819-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.confreriedesvignerons.ch\/de\/die-feste\/du-xviiie-a-nos-jours\/1819-2\/","title":{"rendered":"1819"},"content":{"rendered":"<h2>5. \u2013 6. AUGUST 1819 : DIE URFORM DER GEGENW\u00c4RTIGEN FESTE<\/h2>\n<h4>\u201cDie Mehrzahl ist der Meinung, dass man nach mehr als zwanzig Jahren Revolution, Krieg und Elend die gl\u00fccklichen Zeiten, die sich anbahnen, auskosten soll, um sich an dem zur\u00fcckgekehrten Frieden zu erfreuen, diese traurigen Jahre zu vergessen und, nicht zuletzt, um der Ungeduld der Menschen, die dieses Fest nicht gesehen haben und es sich sehnlichst herbeiw\u00fcnschen, nachzugeben.\u201d Manual 4, 21.1.1819<\/h4>\n<p>In sechs Monaten wurde das Fest gestaltet, mit der Beteiligung von 730 Statisten. Die Rollen der Bachantinnen, Heuerinnen und Schnitterinnen wurden weiterhin von M\u00e4nnern besetzt, da die Aufgabe f\u00fcr Frauen als zu m\u00fchsam angesehen wurde.<\/p>\n<p>Bei der Parade von 1797 waren der Umzug und seine Produktionen auf dem Marktplatz konzentriert.\u00a0 Seitdem hat das Winzerfest, das sich im Laufe des 19. Jahrhunderts stets entwickelt hat, die Form eines Umzugs behalten, der auf diesem Platz haltmachte, bevor er in den Strassen von Vevey umlief. Diese Stationierung auf dem Marktplatz hat sp\u00e4ter zu dem grossen Winzerfest, das wir heute kennen, gef\u00fchrt. Ein Regisseur (der Tanzleiter) wurde von da an hinzugezogen, um den Einmarsch des Umzugs bis vor die Estrade zu inszenieren. Die Bruderschaft stellte auch einen Musikleiter ein, der zwar keine Partitur komponierte, jedoch die Lieder w\u00e4hlte und die Texte dazu bearbeitete. Die Statisten mussten schon damals ihre Kost\u00fcme bezahlen und sich den Enscheidungen der Aussch\u00fcsse f\u00fcgen:<\/p>\n<h4>\u201cDie Canephoren (<i>geweihte K\u00f6rbe tragende junge M\u00e4dchen<\/i>), die Chorkinder, die Hirten und Hirtinnen werden ausschliesslich Stoffe benutzen d\u00fcrfen, die den ihnen \u00fcbergebenen Mustern entsprechen [&#8230;]. Die Afrikaner, Tr\u00e4ger von Bacchus, acht an der Zahl, werden sich auf ihre Kosten kleiden, wie auch alle anderern Gesellschaftsmitglieder, mit Ausnahme der mit Federn geschm\u00fcckten Haartrachten und G\u00fcrtel, der Lederarmb\u00e4nde und perlenf\u00f6rmigen Ohrgeh\u00e4nge; Gegenst\u00e4nde, die die Gesellschaft wieder zur\u00fccknimmt.\u201d <i>Manual 4, 10.5.1819<\/i><\/h4>\n<p>Die Kost\u00fcme wurden so entworfen und gefertigt, dass sie sp\u00e4ter, von ihren offiziellen Verzierungen entledigt, von den Statisten auch im Alltag getragen werden konnten. Die Prozession endete am Seeufer, wo dann das Festessen stattfand:<\/p>\n<h4>\u201cDas Festessen wird einfach sein, der Berufung des Landwirts entprechend, wie er es am Tag der Verm\u00e4hlung seiner Kinder zu sich nimmt; es wird zusammengestellt sein und niemand wird Zus\u00e4tzliches bestellen: eine Flasche neuen Weins, Brot, eine Bohnensuppe, kalte Fleischpastete, Schinken, kalter Schweinsbraten, Salat, gesalzenes Fleisch, Waffeln, K\u00e4se und Obst.\u201d <i>Manual 4, 7.6.1819<\/i><\/h4>\n<p>Respekt der Tradition und Verherrlichung des Heimatlandes waren im Fest von 1819 besonders herausstechende Themen. Dieses Fest wollte das Nationalgef\u00fchl bei den Waadtl\u00e4ndern beleben, deren Kanton erst kurz zuvor in die Schweizer Geschichte eingetreten war. So bewachten \u201cAlte Schweizer\u201d die Estrade und er\u00f6ffneten den Parademarsch. Auch wurde zur Verst\u00e4rkung des Gef\u00fchls der Verbundenheit mit dem Land, das Akteure und Zuschauer hervorrufen sollten, der \u201cRanz des vaches\u201d eingef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>SCHAUSPIEL<\/h3>\n<p>Pr\u00e4sident:\u00a0Louis Levade<br \/>Tanzleiter:\u00a0David Constantin<br \/>Musik:\u00a0David Glady\u00a0(Textbearbeitung zu bekannten\u00a0Weisen)<br \/> Vorstellung vor den Estraden, dann traditioneller Umzug durch die Stadt, mit an den \u201cStationen\u201d ausgef\u00fchrten T\u00e4nzen<\/p>\n<h3>GEKR\u00d6NTE WINZERs<\/h3>\n<p>Jean-Louis Blanchoud, Jean-David Maury (sowie 16 pr\u00e4mierte Winzer): erstmals Belohnungen in Form von Bargeld<\/p>\n<h3>ARENA UND B\u00dcHNENBILD<\/h3>\n<p>Auf der Seeseite wird eine Trib\u00fcne aufgebaut, vor der eine weitl\u00e4ufige, viereckige B\u00fchne installiert wird<br \/>2\u2019000 Sitzpl\u00e4tze<\/p>\n<h3>EIGEN- UND NEUARTIGKEITEN<\/h3>\n<p>Kost\u00fcme: man tr\u00e4gt die Kost\u00fcme der Zeit, mit B\u00e4ndern und Winzer-Emblemen versehen; nur die Gottheiten und ihre Begleiter tragen Theaterkost\u00fcme; um der Einheit des Gesamtbildes willen werden bestimmte Farben den jeweiligen Jahreszeiten zugeordnet.<br \/>Der Fr\u00fchling: Trommeln und Pfeifen, G\u00e4rtner und G\u00e4rtnerinnen, Priesterin von Palas<br \/>Der Sommer: von Rinderhirten gef\u00fchrte K\u00fche, Kuhhirten, Senner, Almh\u00fctten-Ustensilien tragender Wagen, man singt den \u201cRanz des vaches\u201d, Priesterin von Ceres<br \/>Der Herbst: Entlauberinnen, Scherenschleifer, den Bock f\u00fchrende Opferknechte, Hoher Priester von Bacchus, die \u201cbossette\u201d (die Weinlese tragender Wagen)<br \/>Der Winter: K\u00fcche mit Waffelb\u00e4ckerin, Dorfhochzeit mit Notar und Aussteuer-Wagen, Wiedereinf\u00fchrung des Barons, Trupp von \u201cAlten Schweizern\u201d in Landsknecht-Kost\u00fcmen (\u201cLansquenets\u201d).<\/p>\n<h3>DAS FEST IN ZAHLEN<\/h3>\n<p>730 Statisten<br \/>2 Vorstellungen<br \/>Die Pl\u00e4tze kosten von 1 bis 3 Franken<br \/>Das Fest kostete 16\u2019254 Franken<br \/>Defizit: 9\u2019666 Franken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. \u2013 6. 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